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5069 - ¿Nossa luta é produzir¿. Der Versuch, bei den Sateré-Mawé (brasilianisches Amazonasgebiet) die extraktive Ressourcennutzung wiederzubeleben

Unter den Sateré-Mawé läuft seit den 90er Jahren ein nicht subventioniertes Projekt zur fairen Vermarktung von Guaraná und einer sich ständig erweiternden Palette von anderen Waldprodukten. Trotz der erstaunlichen zeitlichen Kontinuität und des hohen symbolischen Wertes des Hauptprodukts Guaraná in der Kosmologie der Sateré-Mawé hat das Fair-Tade-Unternehmen längst noch nicht jene kritische Masse erreicht, welche zu einer wirklich umfassenden Verbesserung der prekären Lage der Sateré-Mawé geführt hätte. Ein Grund für die fehlende Akzeptanz des Fair-Trade-Unternehmens scheint ein historisch gewachsener und wirkmächtiger Habitus eines Modus von Mensch-Umwelt-Beziehung zu sein, der von der Möglichkeit „bedingsloser Entnahme“ (procure) ausgeht, gegenüber dem sich das Arbeitsethos des „produzir“ des neu gegründeten Consórcio dos Produtores Sateré-Mawé (CPSM) sich entsprechend schwieriger vermitteln lässt. Ein Weg könnte die Revitalisierung affektiver Bindungen an die eigene Waldumwelt innerhalb einer effektiven „educação diferenciada“ sein, ähnlich wie es innerhalb westlicher ökologischer Initiativen des „place-making“ realisiert werden soll.

Keywords: anthropology of nature, anthropology of religion, Brazilian Amazon

Author: Kapfhammer, Wolfgang (Philipps-Universität Marburg, Germany / Deutschland)

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